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Grundlagen der Krabbenhaltung und Zucht Teil 4 von Fred Rosenau

Nicht nur zum Fressen gern – Grünzeug für Krabben

von

Fred Rosenau

Tierpflegemeister

So langsam ergänzen wir die Grundlagen und Strukturgestaltung eines Krabbenbeckens peu à peu. In diesem Teil geht es um Pflanzen für die Krabbenbecken.

 

Pflanzen sind natürlich nicht nur schön anzusehen, sondern dienen auch der Strukturierung der Becken und der Reduzierung von sogenannten Abfallstoffen wie Nitraten und Phosphaten.

 

Die Empfehlungen lauten immer gekaufte Pflanzen sind überdüngt und können daher Krabben umlegen. Die Neuerwerbungen müssen gewässert werden und dann erst genommen werden für die Verschönerung im Krabbenbecken. Dies kann sich über einige Wochen hinziehen.


Nun die Pflanzen werden gedüngt und zwar so, dass sie ausreichend diesen Aufnehmen, da Dünger in der Pflanzenzucht ein erheblicher Kostenfaktor ist, wird man diesen sehr effizient einsetzen und nicht vergeuden. Zumal ja auch bei anderen Tieren keine Verluste auftreten. Daphnien sind zum Beispiel hervorragende Bioindikatoren und stehen in dem Wasser in vollster Pracht. Daran kann es also nicht liegen.

 

Woran dann?

Ganz einfach Invitrokulturen sind absolut steril gezogenen Pflanzen, so dass diese mit Fungiziden und mit Spritzmittel beim herausholen aus diesem Milieu sofort behandelt werden müssen. Sonst würde ein Großteil dieser Pflanzen geschädigt werden. Nikotine (Neonicotinoide sind davon Abkömmlinge) reagieren auch hervorragend determinierend auf Krebsartige generell. Diese werden von den Pflanzen teilweise über eine gewisse Zeit eingelagert, damit Fressfeinde sich schädigen und die Pflanze in Ruhe weiterwachsen kann. Und das macht man sich in Gärtnereien zu nutze.

 

Krabben und Pflanzen:

Bei den großen Arten und reinen Landkrabben wie Cardisoma, Grapsus, Gecarcoidia sind Pflanzen natürlich kontraproduktiv, da diese schon das Laub verwerten und auf Grund der Größe machen sie schon viel kaputt. Interessant ist das Säuger, die sich von den Pflanzen wie Mangroven ernähren Tonminerale benötigen, um die Giftstoffe zu binden. Die Krabben legen gerne in Röhren zerkautes Laub, quasi als Viehhaltung für Mikroorganismen und andere Kleinlebewesen, an. Die Krabben müssen wegen der hohen Mineralwerten der Pflanzen eine entsprechende Toleranzbreite bei der Aufnahme von Mineralien haben. Einen Anpassung an diese Lebensweise geben die Scheren her, die wuchtig sind und „Zähne“ aufweisen, welche dazu dienen das Material festzuhalten. Es geht also darum zu quetschen und durch die Art der „Zähne“ festzuhalten.

 

Die mittleren Krabben, wie Goniopsis pelii wiederum sind recht pflanzenfreundlich, da diese ihre Scheren lieber zum Posen benutzen. Hier merkt man deutlich die fressen lieber Aufwuchs oder Aas. Bei filigranen Pflanzen wie Buntnesseln kann die Größe der Krabbe diese schon schädigen und abbrechen.

 

Bei kleinen Arten, wie der Batikkrabbe, etc ist das „destruktiv sein, schon allein größenbedingt Grenzen gesetzt.

 

In Vitro-Kulturen von Pflanzen: 

Klingen gut, sind es auch, wenn man ganz bestimmte Sachen machen will. Die Pflanzen werden steril aufgezogen und nur auf Agar-Agar Kulturen (das durchsichtige Gel wird aus Meeresalgen gewonnen) mit einer Düngemischung versehen. Die Pflanzen sind entweder Samen, oder aber aus

Abb.: Verschiedene In Vitro-Kulturen werden auch auf Messen angeboten. 


Meristemstücke (meist Wurzelstücke, werden zum Beispiel bei Cryptocoryne gerne genommen) oder Stengelsegmente. Aus diesen Kulturen kommen nur Jungpflanzen die max. 4 Monate alt sind!

Später werden diese in Steinwolle getan und die Wurzeln bekommen permanent eine flüssige Düngemischung zugeführt. Dazu werden die Pflanzen noch mit Wasser benebelt. Die emerse Kultur ist einfacher zu handeln besonders beim Versand. Auch das Handling ist einfacher.

Unterwassergezogene Pflanzen sind schwerer zu handhaben, da sie empfindlicher reagieren je nach Art. Der Vorteil allerdings, wenn sie aus der Region kommen sind die Robustheit gegenüber den örtlichen Bedingungen. Die oft erreichbare Endgröße und eine Umgewöhnungsphase von emers zu submers entfällt außerdem. Oft bleiben sie so, wie sie aussehen, bei der späteren Kultur im eigenem Heim. Bei emersen Pflanzen ist das teilweise besonders unterschiedlich (Echinodorus, Stengelpflanzen).

 

Abb. Nymphoides spec.Taiwan

Abb. Vorne Cryptocoryne „wendtii“

        Hinten Cabomba spec.


Zum Düngen von Aquarienpflanzen gibt es Kulturerfahrungen seit mehr als 150 Jahren und in entsprechenden alten Büchern/Zeitschriften finden sich eine Vielzahl von „Rezepten“. Auf diese „Rezepte“ beruhen alte Düngemittel, die im Fachhandel erhältlich sind. Man merkt „alle kochen nur mit Wasser“. Die Stoffe gibt es noch heute in der Apotheke und im Chemiekalienhandel frei käuflich.


Die Abb. zeigen einige der wichtigsten Grundlagen.

Bei den kleinen bis mittleren Krabben kann mindestens diese Pflanzen nehmen, die werden von denen nicht zerhackstückelt. Bei den kleinen Geoseresama-Arten kann man dann noch kleinen Farne Tillandsien und Orchideen dazu tun. Gedüngt wird mit Orchideendünger sparsam.


Weitere Grunbdlagen Bücher, die zeigen wie vielseitig die Möglichkeiten sind.

 

Tricks:

Wie immer wenn man es mit buddelnden Gesellen zu tun hat, hat man ein Problem, dass die Pflanzen im Subtrat bleiben sollen. Hier gilt es die Pflanzen zu schützen und im Substrat zu belassen und da im Bodengrund meist ein Depotdünger sich befindet, diesen für die Pflanze zu erhalten. Also baut man ein kleines Gitter über das Substrat, so dass niemand rankommt. Das Ganze wird  in einen Blumentopf getan am besten aus Ton damit die Wurzeln atmen können und Wasser durch diffundieren kann, denn auch Pflanzen brauchen Dünger und einen geringen Wasseraustausch. Das Gitter wird entsprechend dem Topfdurchmesser angepasst und so gebogen, dass die Krabben am Rand nicht drunter kommen. So könne die Krabben neben den Töpfen unfug machen und der Topf wird in der Höhe so gewählt, das dieser auf dem Boden steht. So verhindert man ein Umkippen. Im Landteil sollte man darauf achten, dass der Dünger nicht als Tropfen oder Wasserlachen liegen bleibt und aufgenommen werden kann.


Als Depotdünger werden Tonmineralien verwendet, die mit Spurenelementen versehen werden. Aus dem Gemenge formte man früher Kugeln oder aber man gestaltete die Kugel so, das die Salze im inneren der Kugel sich befanden. Getrocknet wurde dann im Backofen oder an der Luft. Aus der Literatur sind hier eine Vielzahl an Mischungen bekannt.

 
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich Pflanzen die Mineralien in entsprechender Wertigkeit selbst in der entsprechenden Verfügbarkeit vor Ort produzieren. Beispiel Eisen -III in flüchtigeres Eisen-II verwandeln können. Die Dünger hat man früher selbst gemacht. Heute heißt sowas Soil und es ist nicht mal Ansatzweise nachvollziehbar, was, wie in welcher Menge verwendet wurde. Somit bleibt es schwierig, vorher zu wissen was das soil kann und was nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass Veränderungen in der Zusammensetzung vom Hersteller einfach vollzogen werden ohne Vorankündigung, sodass auf einmal ganze andere Reaktionen auftreten können.

 


Das kann dann kurzfristig, aber auch langfristig Auswirkungen bei Krabben, Krebse und Garnelen haben.

 

Was tun wenn Pflanzenschädlinge auftreten:

 

Nun, einerseits gibt es Nutzinsekten wie Marienkäferlarven etc.. oder Brennesselsud. Gibt es Möglichkeiten Klebefallen zu installieren, müssen diese aber für unsere Pfleglinge unerreichbar angebracht werden.


Pflanzen:

Sternmoos, wobei hier auch wichtig ist das viele Aqaurienmoose auch in Spitzwasserzonen vorkommen und daher bei entsprechender Feuchte auch emers wachsen (Javamoos

Quellmoos)

Anubias

Javafarn

Afr. Schwarzwurzelfußfarn

Bucephalandra

Lagenandra

Cryptocoryne

Viele Stengelpflanzen wie Hygrophila (Aufrecht wachsend bis 60cm), Rotala (Bodendecker), Ludwiga (Bodendecker)

Sumpfgräser

Torfmoose

Fieberklee

Zyperngras

 

Zu den Oberflächenpflanzen im Aquarium einige wichtige Informationen. Es ist normal das diese von bestimmten Blattlausarten und Springschwänzen. Diese werden besonders gerne von Fischen gefressen auch Geosesarma-Arten laben sich daran. Wie Ceratopsis thailoides,

 

Limnobium fluitans, Bras. Froschbiss

          Abb. Muschelblume und Lotus

   Wasserlinsen und Ceratopsis thailoides


Wasserlinsen werden von mittelgroßen und großen Krabben gerne gefressen. Auch die Wurzeln von Muschelblume, Limnobium, Hydrocharis, Ceteratopsis, werden gerne durchsucht oder gar verspeist. Sie sind Vitaminreich, Mineralien-,

 

Brackwasserpflanzen:

60 Mangrovenarten wie Bostrychia oder Avicennia, Rhizophora

Cryptocoryne ciliata, eine kräftige Pflanze die bis 60cm Größe erreichen kann.  C. pontederifolia, C. lutens

 

Queller den kann man an der Nordsee und Ostsee finden.

Abb. Cryptocoryne ciliata im Vordergrund


         Eine Auswahl an Landpflanzen, die gerne           genommen werden zur Bepflanzung:                 Im Vordergrund: Begonien, Ficus pumilus,

         Maranthen

         Im Hintergrund, Philodrendron

               Fittonia, Farne, F.pumilus, Efeutute

Verschiedene Cryptocoryne, Erdorchideen, Spathyphylum und Moose

 

Zyperngras (Cyperus alternifolius) verträgt gut Staunässe und wird auch gerne gefressen.

 


Weitere Pflanzen, die sich eigenen Grünlilie, Bundnesseln. Wobei bei einigen Pflanzen beachtet werden muss, dass manche mittelgroßen Krabben gerne mal was plattmachen.

 

 

Giftpflanzen die nicht in ein Krabbenbecken gehören.


Efeu in verschiedenen Varianten

Dieffenbachia

Kolbenfaden (Aglaonema roebelenii) wenn Insekten daran fressen, dann nehmen diese das Gift der Pflanze auf und bei einigen Reptilien sind Vergiftungen aufgetreten.

 

Avocado (Persin)

 

Zederchips können durch ihre Ausdünstungen die Atemwege schädigen.

 

Beim Text liegen alle Rechte komplett bei Fred Rosenau.

Fotos : siehe Kennzeichnung

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